Obesitaskliniek Dendermonde — AZ Sint-Blasius
Schlauchmagen
Bei der Schlauchmagenoperation (Sleeve-Gastrektomie) wird ein großer Teil des Magens (die große Außenkurvatur) entfernt, sodass ein schlauchförmiger Magen übrig bleibt. Es handelt sich um einen nicht umkehrbaren Eingriff, bei dem das Fassungsvermögen des Magens drastisch von 1500-2000 ml auf durchschnittlich 150 ml reduziert wird. Dieser Eingriff wirkt restriktiv, da weniger Nahrung aufgenommen werden kann, hat aber auch eine hormonelle Wirkung, durch die das Hungergefühl stark abnimmt.
Der Schlauchmagen kann als endgültige eigenständige Prozedur dienen, aber auch, bei sehr hohen Gewichtskategorien, als erste Phase eines SADI oder eines Duodenal Switch eingesetzt werden.
Die Patienten, die sich diesem Eingriff unterziehen, werden meistens am Tag des Eingriffs aufgenommen. Einige Stunden nach der Operation darf der Patient bereits ein paar Schlucke Wasser trinken und vorsichtig aufstehen. Am nächsten Tag kann mit einer flüssigen Kost begonnen werden und der Patient darf bereits wieder nach Hause. Die Dauer des Aufenthalts kann selbstverständlich je nach klinischen Umständen variieren.
Ergebnisse
Studien zeigen, dass Patienten nach einer Schlauchmagenoperation einen Verlust von 60-80 % des Übergewichts erwarten können. Die Gewichtsabnahme erfolgt meistens in den ersten 12-18 Monaten. Diese Werte können von Patient zu Patient variieren und hängen von Lebensstil, Alter, Einhaltung der postoperativen Leitlinien, Komorbidität und genetischer Veranlagung ab.
Vorteile dieses Eingriffs
- Da der Magenpförtner intakt bleibt, besteht ein geringeres Risiko für das Dumping-Syndrom.
- Die Einnahme von Vitaminpräparaten ist oft nicht erforderlich.
- Der Zugang zum Zwölffingerdarm bleibt erhalten.
- Es tritt schnell ein Sättigungsgefühl ein, sodass Sie mit dem Essen aufhören. Besonders bei Mengenessern ist dies wichtig.
Eine Schlauchmagenoperation hat auch einen positiven Einfluss auf die Komorbidität. Erkrankungen wie Diabetes, Schlafapnoe und Bluthochdruck können sich durch diesen Eingriff erheblich verbessern.
Komplikationen
Jede Operation kann mit Komplikationen einhergehen. Menschen mit Übergewicht haben ein höheres Komplikationsrisiko als Menschen mit Normalgewicht. Es gibt standardmäßige postoperative Komplikationen, die nach jeder Operation auftreten können, wie Blutungen, Infektionen, Abszessbildung, Narbenbruch, Beinvenenthrombose oder Lungenembolie.
Die häufigsten Risiken, die direkt mit einer Schlauchmagenoperation zusammenhängen, sind:
- Magengeschwür oder Verengung des Schlauchmagens (stark erhöhtes Risiko bei Rauchern).
- Gastroösophagealer Reflux (deshalb ist bei bereits bestehendem Reflux oder einem Zwerchfellbruch ein Magenbypass besser geeignet).
- Magenbruch.
- Leckage oder Blutung im Bereich der Klammernahtreihe.